Lanzarote – Die besondere Vulkaninsel

 

Die Kanaren. So weit weg und so langweilig. Dort sei ja nichts los. Die würden sich ja doch nur zum Überwintern lohnen. Soso. Diese Vorurteile über die Kanaren habe ich zu hören bekommen. So stehen lassen, wollte ich das nun aber nicht!

Die Kanaren also. Besser gesagt: Lanzarote stand diesmal auf dem Reiseplan. Und so weit weg liegen die Kanarischen Inseln auch nicht. Viereinhalb Stunden dauerte der Flug ab Düsseldorf auf die Vulkaninsel. Die Inselgruppe gehört zu Spanien und liegt vor der Nordwestküste Afrikas, westlich von Marokko. Ein ziemlich kurzer Flug, bedenkt man, dass es sich geographisch nicht mehr um Europa handelt. Denn die Kanarischen Inseln vulkanischen Ursprungs liegen am afrikanischen Kontinent und haben subtropisches Klima mit geringen Niederschlägen.

Nach einem relativ kurzen Flug kamen wir also zügig an und konnten von der ersten Minute an den Sommer genießen. Denn auf der viertgrößten kanarischen Insel herrscht Sonnengarantie! Nach kurzem Transfer erreichten wir unser Hotel, das sich in direkter Strandlage an der Costa Teguise befand, wo uns das in der Sonne schimmernde Meer begrüßte. Das touristische Zentrum an der Ostküste ist das optimale Reiseziel, um seinen Urlaub in einer wunderschönen und sonnenverwöhnten Umgebung zu genießen. Der feinsandige Strand mit Palmen und Strandpromenade versetzte uns schlagartig ins Urlaubsfeeling. Die Sonne strahlte und wir waren froh über den leichten Wind, der auf den Kanaren üblich ist. Auch das atlantische Meer sorgte für eine willkommene Abkühlung. Um das Strandleben zu genießen, waren wir hier also genau richtig.

Denn die gepflegten Strände der Costa Teguise bieten viele Wassersportmöglichkeiten und eine Gute Infrastruktur. Sie eignen sich hervorragend für Groß und Klein. Im Ort finden regelmäßig Märkte und Feste statt und es gibt ausreichend Möglichkeiten lecker Essen zu gehen und Cocktails oder Sangria zu trinken.

Lanzarote hat aber weit mehr zu bieten als den reinen Badeurlaub. Die Insel hat mehrere attraktive Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Angebot. Ein paar davon haben wir besucht und ausprobiert.

Optisch sind die Gebäude der Insel durch eine traditionelle Bauweise geprägt. César Manrique, ein spanischen Maler, Architekt, Bildhauer und Umweltschützer ließ diese verordnen. Sie besagt auch, dass die Gebäude höchstens zwei Stockwerken hoch gebaut werden sollten. Dies kommt der vielseitigen Insel mit ihren herrlichen Landschaften und faszinierenden Dörfern zur Gute. So vielfältig die Landschaften auf Lanzarote sind, so vielfältig sind auch ihre Strände. Feiner, weißer Sandstrand, felsige Küstenabschnitte und typische Vulkanstrände mit dunklem Sand findet man hier vor. Die ruhigen Strände eignen sich hervorragend zum Baden, die mit tosenden Wellengang zum Surfen.

Kite- und Windsurfer kommen besonders an der Playa Famara voll auf ihre Kosten. Dieser weitläufige und breite Strand ist mit 5 km der längste und einer der beliebtesten Orte der Insel. Eingebettet in ein Bergmassiv bietet die Playa Famara eine spektakuläre Kulisse, die sich auch ideal zum Sonnen eignet. Durch den flach abfallenden Strand mit starkem Wellengang ist die Playa Famara der perfekte Ort, um Surfen zu erlernen. Im benachbarten Ort Caleta de Famara befinden sich zahlreiche Surfschulen und Restaurants, die leckeres Essen, Eis und Kaffee im Angebot haben. Wem surfen zu schwierig oder zeitaufwendig ist, kann sich hier auch bestens im Body Boarding versuchen. Dieser Sport bereitet vor allem Anfängern große Freude, da Fortschritte am Anfang leicht zu erzielen sind und der Spaßfaktor hoch ist. So versuchte ich mich hier mehrmals im Body Boarding und kann es nur weiter empfehlen!

Zudem bietet das 600 Meter hohe Bergmassiv Risco de Famara einen unglaublichen Ausblick auf die tief abfallende Steilküste. Bei gutem Wetter kann man von hier aus ein wunderschönes Panorama genießen. Die kleine Kapelle Ermita de las Nieves, was übersetzt die „Wallfahrtskapelle des Schnees“ bedeutet, kann man hier ebenfalls besuchen.

Einen weiteren reizvollen Ausblick fanden wir am Mirador del Rio. Dieser befindet sich ebenfalls auf dem Famaramassiv und liegt 475 Meter über dem Meeresspiegel. Auch dieser wurde vom berühmten Sohn der Insel, César Manrique, entworfen und ist in den Felsen integriert. Von der Brüstung aus über dem Abgrund hat man eine großartige Aussicht auf die kleine Insel La Graciosa und die ca. 1,5 km breite Meerenge zwischen den beiden Inseln. Lanzarote weiß aus jeder Perspektive zu beindrucken. Ob man sich am Strand befindet oder auf den Bergen, die Ausblicke sind immer beeindruckend.

 

Aber auch unterhalb des Meeresspiegels wartet auf Lanzarote ein sehenswertes Naturschauspiel. Die Lavahöhle Cueva de los Verdes gehört zu einem der beliebtesten Ausflugsziele auf Lanzarote. Auch diese wollten wir uns nicht entgehen lassen. Sie besteht aus einem etwa sieben Kilometer langem System aus Tunneln, die von der unterirdisch fließenden Lava geformt wurden. Damit ist es das längste vulkanische Tunnelsystem der Welt. Die Höhle kann in einer Führung besichtigt werden und ist sehr sehenswert. Bei dem Abstieg in eine Tiefe von etwa 50 Metern können bizarre Lavaformationen und eine natürlich geformte Halle bewundert werden. Diese dient wegen ihrer einzigartigen Akustik als Konzertsaal und bietet dreihundert Besuchern Platz. Zum Abschluss der Führung wurden wir zu einem kleinen Süßwassersee geführt, wo durch eine speziell installierte Beleuchtung wunderschöne Effekte geschaffen wurden.

 

 

Da wir Weinfreunde sind besuchten wir auf unserer Tour auch das Weinbaugebiet La Geria. Dort findet man leckere Weine und eine einzigartige Landschaft vor. Die sonnengereiften Trauben wachsen in kleinen, windgeschützten Kratern in der fruchtbaren Vulkanerde der Weinberge. In einer der Bodegas probierten wir die köstlichen Weine und entschieden uns für einen Weiß- und einen Rotwein. Der Wein wird vor Ort direkt von den Weinfässern in Flaschen abgefüllt. Wer einen guten Tropfen zu Fleisch-, Fisch- oder Nudelgerichten sucht, wird hier garantiert fündig. Aber auch pur lässt sich der Wein am Meer unter der kanarischen Sonne genießen. Wir haben bis heute nicht entschieden, ob der Weiß- oder Rotwein der bessere war. Diese Entscheidung lassen wir hier offen. Probiert selbst!

 

 

 

Zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der Insel gehört der Timanfaya Nationalpark. Die Feuerberge und Lavafelder der ca. 845 qkm großen Insel sind ein einzigartiges Naturereignis, dass man gesehen haben sollte. Der Nationalpark ist ein Naturschutzgebiet mit 32 Vulkankegeln, die durch die katastrophalen Vulkanausbrüche im 18. Jahrhundert entstanden. Wir beschlossen an einer Busrundfahrt durch den Timanfaya-Nationalparks teilzunehmen, um uns diese „Mondlandschaft“ aus Vulkankratern und rötlicher Erde aus der Nähe anzuschauen. Damit diese geschützt und konserviert bleibt, ist es streng verboten, die Areale auf eigene Faust zu erkunden. Nach der Rundfahrt beobachteten wir noch ein paar interessante Attraktionen des Besucherzentrums. Vor der spektakulären Aussicht auf die Feuerberge wird den Besuchern vorgeführt, wie viel Hitze sich noch immer in dem Vulkan befindet. Aus Erdlöchern schießende Wasserfontänen oder durch Erdwärme in Brand gesteckte Sträucher versetzten die Besucher in Staunen.

 

Nach vielen spannenden Eindrücken mussten wir dem Restaurant El Diablo im Besucherzentrum des Parks unbedingt noch einen Besuch abstatten. Es hält für seine Gäste eine besondere Überraschung parat. Einen Grill, dessen Rost sich über einem tiefen Schacht befindet, der mit der heißen Luft aus dem Erdinneren beheizt wird. Hier werden Hähnchenteile, Fleischspieße und Gemüse für die Gäste gegrillt. Diese können dann mit Ausblick auf die Feuerberge durch die Panoramascheibe des Restaurants genossen werden. Ein Ausflug hierhin ist auf jeden Fall empfehlenswert und sollte gut vorbereitet werden!

Ein weiteres, von der Natur einzigartig geschaffenes Ausflugziel begegnete uns im südwestlichen Teil von Lanzarote. Blaues Meerwasser mit weiß schäumenden Wellenkronen, schwarzer Vulkanstrand und ein sichelförmig geformter, grüner See, eingebettet in vulkanische Felsen. Das wollten wir gerne mit eigenen Augen sehen! So besuchten wir den Lago Verde, der in einem teilweise im Meer versunkenen Vulkankrater liegt. Die grüne Farbe verdankt der See einem sehr hohen Salzanteil und einer Alge, die dort optimale Lebensbedingungen vorgefunden hat. Dieses farbenfrohe Naturschauspiel ist sehenswert und ein prächtiges Fotomotiv. Da es sich auch hier um ein Naturschutzgebiet handelt, darf in dem grünen See nicht gebadet werden.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten findet man auf Lanzarote nicht nur im Zusammenhang mit César Manrique. Bei einem kurzen Besuch der Hauptstadt Arrecife warfen wir einen Blick auf Castillo de San Gabriel. Die gegen Ende des 16. Jahrhunderts erbaute Festung auf der kleinen vorgelagerten Insel Islote de Fermina sollte Arrecife vor Piratenübergriffen schützen. Heute dient die Festung als Museum und beliebtes Fotomotiv. Zur Festung gelangt man über die Zugbrücke Puente de las Bolas, die ein Wahrzeichen Arrecifes ist und die Festung mit dem Festland verbindet.

Da wir mehr von Arrecife sehen wollten und ein wenig Abwechslung von den Stränden suchten, unternahmen wir einen Spaziergang durch die Fußgängerzone. Hier befindet man sich abseits der Touristenströme unter Einheimischen und kann sich die kanarischen Gebäude mit ihren typischen Balkonen in Ruhe ansehen. Wer shoppen möchte, findet hier zahlreiche Boutiquen und Schuhgeschäfte namhafter Markenanbieter sowie Schmuck- und Elektrohändler. Die Qualität der hier angebotenen Waren ist hochwertiger als bei den Händlern in den Touristenorten und die Preise moderat.

 

 

Ein weiterer kultureller Höhepunkt unserer Reise war die alte Hauptstadt Teguise. Das mittelalterliche Städtchen gilt neben Betancuria auf Fuerteventura als älteste Stadt des kanarischen Archipels. Teguise zählt mit seinen engen Gassen und den weiß getünchten Häusern zu den schönsten und historischsten Orten der Kanaren. Besonders sehenswert fanden wir den alten Stadtkern, der von den Einheimischen schlicht „La Villa“, die Stadt genannt wird. Südlich gegenüber dem zentralen Platz kann man die Kirche Señora de Guadalupe aus dem 15. Jahrhundert besichtigen.

Auf der Plaza de la Constitutión fand ein unterhaltsamer Wochenmarkt statt, der sich bis auf die engen Gassen erstreckte. Dort begleiteten Musiker eine Folklore-Gruppe, die traditionelle Tänze und Lieder aufführte. Einen kurzen Einblick hielten wir in die Touristen-Information, die im Palacio Spínola, einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist und ein kleines Museum beinhaltet. Die Stände des Marktes boten zahlreiche Süßigkeiten, Kunsthandwerk und Souvenirs an und vermittelten den Besuchern ein sehenswertes, zeitgeschichtliches Erlebnis.

Die Vielseitigkeit der Vulkaninsel bietet seinen Besuchern viel mehr als nur Sonne, Strand und Meer. Auf unserer mehrtägigen Erkundungstour mussten wir oft schweren Herzens entscheiden, welche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten wir in unser Programm aufnahmen. Dieser Reisebericht beinhaltet nur einen Teil der Möglichkeiten an Ausflügen, Attraktionen und Aktivitäten, die Lanzarote so besonders für seine Besucher macht. Ich hoffe dieser Reisebericht gefällt Ihnen und ich konnte den Reisewunsch nach Lanzarote in Ihnen wecken. Kontaktieren Sie mich gerne, falls Sie eine unverbindliche Beratung zu Lanzarote wünschen. Ich beantworte Ihnen alle Ihre Fragen und lasse Ihnen auch gerne ein unverbindliches Urlaubangebot zukommen.

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